Jun 182012
 
Die ist ein Gastbeitrag von Stefan Schimanowski. Er twittert unter dem Namen @supaheld und ist Mitglied der Piratenpartei Frankfurt.

 

Bevor ich Pirat wurde, war ich politisch noch unschuldig.

Mich hat Politik einerseits zwar interessiert, aber oftmals auch angekotzt. Ihr kennt das: Politik wird verkörpert von einem Haufen Unsympathen. Die arrogante Art in Talkshows, das Besserwisserische, die Überheblichkeit. Überspitzt gesagt waren Politiker für mich Aliens, die keine Ahnung haben, was vor sich geht und nur auf Parteimeinung gepolt sind.

Anstatt mein Heil als frustrierter Nichtwähler zu suchen, wurde ich Pirat. Wohlgemerkt in Zeiten, als sich kaum jemand für die Partei interessierte.

Und tatsächlich hatte ich dann meine erste Begegnung mit der unheimlichen Art: Wir schreiben das Jahr 2010, wir halten eine Mahnwache zum JMStV in Wiesbaden vor der Staatskanzlei -  sensationelle 12 Teilnehmer – im strömenden Regen.

Plötzlich fährt Roland Koch vorbei. Aus sicherer Entfernung schauen alle, was wir machen, Als wir für ungefährlich erklärt wurden kommt ein

Stefan Schimanowski, Kristina Schröder, Nicole Seiler (vlnr.)

Alien-Assistent zu uns und meint, der Herr Ministerpräsident habe 30 Minuten Zeit, um sich mit uns über den JMStV unterhalten. Das hat mich ja überrascht. Roland Koch, der Inbegriff eines Unsympathen. Die Ernüchterung kam schnell, seine Körpersprache verriet, er möchte uns jungen Leuten mal erzählen, was für realitätsfremde Spinner wir seien. Sein Plan ging nicht auf, wir (und damit meine ich vor allem Julia Reda) haben ruhig und sachlich argumentiert, was dazu führt, dass die Zeitspanne einer halben Stunde (in Alienzeit: ‘so lang wie es mir passt’) vorzeitig beendet wurde.

Fazit: Politiker, Alien, Frust.

Doch ich lies mich nicht bremsen: Umso motivierter machte ich weiter Parteiarbeit. Anfang 2012 und ich stecke mitten im OB-Wahlkampf Frankfurt. Unser Kandidat ist “der Herbert”.Nicht ganz unüblich bei uns Piraten präsentieren wir Herbert als normalen Mensch. Als Wahlkampfmanager, der auf Podiumsdiskussionen mit allen Kandidaten mitgeht, bleibt es nicht aus, auch die anderen Kandidaten kennen zu lernen. 

Da ist zuerst mal Janine Wissler von den Linken, Fraktionsvorsitzende im Landtag. Nett und aufgeschlossen – und sie twittert! Gut, kommunalpolitisch gibt es große Gemeinsamkeiten, da ist also von vorne herein eine höhere Passung.

Dann Rosemarie Heilig von den Grünen, die ist ebenfalls ganz nett. Mit ihr hab ich regelrecht Mitleid bekommen, denn sie wurde im Wahlkampf von ihrer Partei schmählich im Stich gelassen. Peter Feldmann von der SPD und jetzt Oberbürgermeister, auch nett. Gut, muss er zu uns sein, bei einer Schwarz-Grünen Regierung.

Und dann ist da noch der Hessische Innenminister, Boris Rhein…

Das ist natürlich der Erzfeind, sowohl als Innenminister, als auch als gegnerischer OB-Kandidat. Nachdem irgendjemand während des Wahlkampfs plötzlich Piratenplakate aufgehängt hat mit einem Bild von Boris Rhein und dem Spruch “Wieso häng ich hier überhaupt, ihr sollt doch den Herbert wählen” hat sich die CDU ziemlich aufgeregt, Boris Rhein allerdings nahm es locker. Auf der an diesem Tag abends stattfindenden Podiumsdiskussion mit großen Presseaufgebot dachten wir uns, wir trollen ihn ein wenig. Analog zu unserem Kätzchenplakat hatten wir auch Kätzchenwahlkampf-t-shirts, Herbert hat ihm einfach eins geschenkt, Größe M. Und er hat sich gefreut.

Einige Tage später traf ich neben diverser Politikprominenz wie Sigmar Gabriel oder Thorsten Schäfer-Gümbel auch Boris Rhein auf einer OB-Wahlparty der BILD (jaha, eine Anzugsparty – wir mit Kätzchenshirts).

Rhein erkennt das T-Shirt, spricht uns an und bedankt sich nochmals für das T-Shirt, insbesondere, dass wir die Größe auf M geschätzt haben. Nach einem Austausch über die Schwierigkeit des permanenten Baucheinziehens fragt er nach einem T-Shirt in Größe L. Ich stimme unter einer Bedingung zu: Ich will ein Beweisfoto! Er willigt ein.

Das T-Shirt bekam er, Gelegenheit zum Anziehen war nicht – schade. Er verlor die Wahl und blieb Innenminister – unmöglich ranzukommen.

In Hessen besuchen wir öfter den Landtag, wenn das Plenum tagt, die Abgeordneten bekommen das auch mit. Zwischendrin unterhält man sich mit diversen Leuten, trinkt Kaffee mit Schäfer-Gümbel, mit Leuten von den Grünen, von der CDU, von den Linken kommt auch mal jemand hoch zur Besuchertribüne. Alles nette Leute, mit einigen unterhält man sich öfters und stellt fest, die sind schon in Ordnung.

In Frankfurt hab ich Ärger bekommen, weil ich im Radiointerview sagte, ich würde lieber mit Boris Rhein ein Bier trinken, als mit vielen Piraten. Aber das ist der Punkt. Das sind gar keine Aliens, das sind auch alles Menschen! Was war ich für ein Idiot, dass ich generell jeden Politiker verdammt habe. Schlimm, wenn man feststellt, dass man Vorurteile gegen Leute hat, die einen bestimmten Beruf ausüben.

Stefan Schimanowski und Boris Rhein (vlnr.)

Das geht aber auch andersrum: Am Samstag war Landesparteitag der CDU in Darmstadt. Wir waren eingeladen und als Presse akkreditiert, damit wir überall Zugang haben. Zusammen mit @muggebatscher, @Agetier und @pyth2_0 war ich dort. Natürlich nicht im Anzug, sondern normale Straßenkleidung – schon wurden WIR wie Aliens angeschaut. Mittags gab es ein kurzes Kennenlern-Treffen aller CDU-Twitterer untereinander. Wir  waren auch dabei und wurden von der Bundesfamilienministerin Schröder (die übrigens auch sehr nett ist) angekündigt. Die rund 25 CDU-Twitterer schauten uns erstaunt an, ach das sind also Piraten, wir wurden von den Delegierten aufgeregt fotografiert – ähnlich wie die Presse Angela Merkel fotografiert hat. Fast wie im Zoo :-)

Auch sie stellen fest: Hey, die Piraten sind ja auch nur Menschen. Die meisten haben sich gefreut, dass wir vor Ort waren, auch wenn wir teilweise arg sarkastisch über den Parteitag getwittert haben. Interessanterweise kamen viele auch auf uns zu, die Frau Schröder, der Herr Bouffier, um uns mal die Hände zu schütteln. Erika Steinbach (die geht politisch ja gar nicht) haben wir zum Frankfurter Stammtisch eingeladen, sie hat sich gefreut und sofort zugesagt.

Und dann läuft da Boris Rhein. Ich erkenne eine einmalige Chance, gehe zu ihm hin und erinnere ihn an sein Foto-Versprechen.

Er erinnert sich, hat aber natürlich sein T-Shirt nicht dabei. Damit habe ich aber gerechnet und überreiche ihm das extra mitgebrachte funkelnagelneue Shirt :D .

Noch rechne ich damit, direkt von der Security rausgeschmissen zu werden, aber Boris Rhein will das Foto tatsächlich machen, allerdings nicht mitten auf dem Parteitag, was sollen denn die ganzen CDU-Kollegen denken.

(deswegen fällt es mir auch nicht leicht, das jetzt zu veröffentlichen.)

Aber erst mal Aktion, ich hole das Shirt, nehm’ @Agetier als Fotograf mit, wir gehen um eine Ecke, wo uns niemand sieht, Boris Rhein zieht sein Jackett aus, das T-Shirt an und wir machen das Foto.

Saugeile Aktion, oder?

Also ICH würde mich ja nicht mit einem FDP-T-Shirt fotografieren lassen :)

Ich entschuldige mich bei Boris Rhein und hoffe er bekommt keinen Ärger, denn ich veröffentliche es trotzdem und dafür habe ich auch einen gewichtigen Grund.

Politiker sind keine Aliens, es sind Menschen, man kann mit ihnen reden, sie hören zu (meistens). Das weiß leider nur keiner.

Aber genau solche Aktionen wie das mit dem T-Shirt machen Politiker menschlicher, greifbarer, aus meiner Sicht ein aktiver Schritt gegen Politikverdrossenheit.

Mein Bild von Politikern hat sich zum Teil geändert. Ich glaube immer noch, dass sie zu weit vom Volk entfernt sind, zu sehr gefangen in der Parteidisziplin, in ihren Mechanismen und den “parlamentarischen Zwängen”. Es zählt nur die eigene Partei, andere Meinungen – so gut und richtig sie auch sein mögen – sind fast immer irrelevant, gute Ansätze anderer werden abgelehnt, weil sie von DEN ANDEREN kommen.

Ich finde das sehr schade, denn es gibt zig Politiker, die sich parteiübergreifend gut verstehen, abends auch mal ein Bier zusammen trinken und sich am Tag danach im Plenum wieder gegenseitig anpflaumen.

Uns Piraten sehe ich hier als eine Möglichkeit, dort vorzudringen. Wir bringen eine gewisse Lockerheit in die Parlamente, wir sind dazu in der Lage, uns mit allen an einen Tisch zu setzen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Wir sind nah am Volk und es ist an der Zeit, dass auch alle anderen einsehen, dass sie mit 48-55% in einer Koalition nicht das ganze Volk repräsentieren. Diese Vision, dass Parteien in Zukunft miteinander und nicht gegeinander arbeiten, möchte ich mir noch lange erhalten.

  18 Responses to “Warum ich Fotos mit Politikern anderer Parteien veröffentliche”

  1. Politker sind (auch nur) Menschen und manchmal richtig nett. Nur … warum machen sie oft so einen Schwachsinn in der Politik? Schimpfen und diskreditieren andere, anstatt sich nett über die anderen Meinungen zu unterhalten? Oder stimmen über Gesetze ab, wo sie überhaupt keinen Dunst haben, was das für die Zukunft bedeutet, nur weil ein anderer Parteifreund den Schlaumeier spielt und sagt, es wäre schon ok? Oder bevorteilen Leute, die ihrer Partei nahestehen, anstatt für alle gleichermaßen da zu sein – ja auch für die faulen oder schlechten Menschen – die guten und fleißigen kommen ja meist selbst ganz gut zurecht.

  2. Mag ja sein, dass die Familienministerin Schröder nett ist – bezogen auf ihre politische Position istbsiebeine glatte Fehlbesetzung. Wer als Familienministerin meint Familie sei “Privatsache”, der soll bitte seinen Ministerposten abgeben und nicht am Stuhl kleben, viel Schaden anrichten und den Steuerzahler Geld kosten. Um eine Menschen sympathisch zu finden reicht mir ein “nett” nicht. Ja, das sind alles Menschen, deshalb gilt trotzdem (und insbesondere Politiker): wen man keine Ahnung hat einfach mal die Kresse halten und keine Gesetze verabschieden gegen die min 60% des Volkes Sturm laufen.

  3. Wie können mehr solche ehrlichen Texte gebrauchen und mehr Erlebnisberichte mit diesen seltsamen Politikern ;)
    Bevor man sich nicht mit ihnen unterhalten hat, kann man gar nicht wissen was sie wollen und wie sie ticken, das kennen wir auch Piraten-intern.
    Super Beitrag! Danke <3

  4. Ich bin nicht der Meinung, dass unsere Politiker mehr von unsere Einfühlungsvermögen brauchen. Und auch nicht das wir sie mehr als Menschen erkennen sollten.
    Ihr dürft Bier trinken mit wem ihr wollt, nach Feierabend. Bis dahin stehen Integrität, Kompetenz und Transparenz für mich bei einem Politiker vor “nett”….deutlich davor…

    WAS allerdings notwendig ist, ist zu verhindern, das aus der Abneigung des Wählers Politikverdrossenheit wird. Hat aber auch nix für mich miteinander zu tun. Nur weil Politiker Idioten sind, heißt das nicht, das ich denen nicht mehr auf die Finger gucken will. Umso mehr engagier ich mich dann, damit sich was ändert.

  5. Tja, nur im gleichen Atemzug gibts dann einen reiesen Bohei um eine kurze Hose in einer Ausschusssitzung. Kann für mich nur heißen: Du hast es vielleicht begriffen (bzw. hast eine solche Einstellung), das heißt aber nicht, dass die Gegenseit auch so offen ist oder sie sich so sehen will, wie Du sie charakterisierst. Oder nur, wenn es dem eigenen Image dienlich ist. Guttenberg guckt ACDC und Schröder lächelt immer so nett – aalglatt sind trotzdem beide und entscheidend ist letztlich die Politik die gemacht wird.

  6. Dieser ganze National, Partei, Gruppen, Club, Verein Kram ist doch nur dann sinnvoll, wenn der Mensch seine Meinung sagen darf und nicht in irgendwelche Parteizwänge getrieben wird. Deutsche dürfen auch Holländer mögen dürfen und die CDU auch Aussagen von SPD Politikern, an sonsten werden die Piraten genau so wie die Grünen zu Aliens mutieren und es wird dann in ein paar Jahren eine Chaospartei geben müssen die aufrüttelt und dann grüßt wieder das Murmeltier …

  7. Das ist auch meine Erfahrung.
    Bonn in den 80ern:
    Abends für ein Bier vom Bundestag aus in eine Bonner Schwulenkneipe gehen, das war nur mit Abgeordneten der CDU möglich, manchmal ging auch einer von der FDP mit. Natürlich waren wir uns in politischen Sachen uneins, mich nervte die Doppelmoral und das Versteck spielen der schwulen CDU-Abgeordneten, aber trotzdem konnten wir uns unterhalten und gegenseitig als Menschen wahrnehmen. Komischer Weise waren es die Grünen und die SPD die in diesen Kontakten etwas anrüchiges sahen.

  8. Ja, der Rhein ist im persönlichen Umgang freundlich und offen und sieht auch ganz nett aus ( http://umamibuecher.wordpress.com/2012/01/30/top-models-in-frankfurt/ ). ;-)

    Die CDUler haben vielleicht auch ne bessere – weil bürgerliche – Kinderstube als die Linken, die manchmal sehr verbissen sind, während die Grünen zumindest in Frankfurt mit ihrer Arroganz ziemlich nerven können.

    Das ändert aber gar nix an der Politik, die die smarten Jungs und Mädels von der CDU vertreten, z.B. beim Thema Blockupy, da sollte man schon aufpassen.

  9. Super Beitrag Stefan, chapeau,
    …. richtig erkannt: die schädliche Reflexhaltung die die etablierten Parteien auszeichnet:
    : “Es zählt nur die eigene Partei, andere Meinungen – so gut und richtig sie auch sein mögen – sind fast immer irrelevant, gute Ansätze anderer werden abgelehnt, weil sie von DEN ANDEREN kommen.”
    durfen wir nicht übernehmen. Die Grünen haben’s vorgemacht. Auch mit Aliens lassen sich sinnvolle Vorhaben durchsetzen.

    • Das habe ich leider mißverständlich formuliert: sollte natürlich heissen: “Auch die Grünen sind so geworden” ….

  10. [...] Heute trifft die SPD Kelsterbach eine Entscheidung, die die Stadt einen ganzen Batzen Geld kosten wird: Für das Unterschreiben des Koalitionsvertrags erhalten die Freien Wähler Kelsterbach einen neu zu schaffenden hauptamtlichen Stadtratsposten. Als interessierter Kelsterbacher Bürger – wir Piraten haben hier nicht mal einen Ortsverein – hätte ich gerne heute der Mitgliederversammlung als Gast beigewohnt. In dieser müssen die Mitglieder der SPD dem Koalitionsvertrag noch zustimmen. Nicht, dass ich mit ernsthaften Überraschungen gerechnet hätte, aber man ist ja neugierig. Und selbst auf dem Landesparteitag der CDU dürfen Piraten als Gäste/Pressevertreter dabei sein. [...]

  11. Der CDU-Bürgermeister von Bad Vilbel, Thomas Stöhr, ist auch so ein netter Mensch. Nur leider will er Geschäfte mit der wegen ihrer Menschenrechtsverletzungen berüchtigten chinesischen Kommune Linyi machen. Und gar nicht transparent, die Opposition und die Medien erfahren nichts. Denn erst kommt das Geschäft, dann die Moral. http://umamibuecher.wordpress.com/2012/06/06/bad-vilbel-plant-stadtepartnerschaft-mit-menschenrechtsverletzern/

  12. Ich verstehe das naive Politikerbild hier nicht. Wer schon mal mit “Celebreties” und Politikern zusammengearbeitet hat, weiß, daß es da natürlich ein paar richtige Arschlöcher und arrogante Typen gibt. Aber in der Regel wird man feststellen, daß die meisten total umgänglich sind — was man im Englischen als “people person” bezeichnet. Sie sind nette Gesprächspartner und vermitteln jedem schnell ein richtig “gutes Gefühl”. Letztlich ist das auch eine ihrer Grundqualifikationen, weswegen sie den Job haben.

    Aaaber — nur weil sie ehrlich so nett, faszinierend und freundlich wirken können, muß man sich klar sein, daß das NICHTS bedeutet. Du magst deinen persönlichen Spaß daran haben, dich mit solchen Menschen zu umgeben, aber sei nicht so blauäugig zu denken, denen würde nur die richtige Lockerheit fehlen, dann würde auch bessere Politik gemacht.

    Denn die können sich jedem Gesprächspartner anpassen, daß der hinterher ganz positiv gestimmt da rausgeht. So funktioniert Manipulation (ganz persönlich, ganz unbewußt), und wenn du das nicht erkennen kannst, möchte ich dir von deinem zweifelhaften Vergnügen abraten.

  13. @Boris R Sehr richtig!

  14. Ich les’ hier ständig “Hey, blos weil die nett sind, darfst du aber nicht vergessen….” – hallo? Den Artikel gelesen? Tut er nicht. Alles Bongi. Und: Recht hatter, auch wenn manche Politiker schon mal vergessen, dass das Volk alles Menschen sind (speziell, wenn es um “soziales” geht wird das gern mal übersehen) heißt das nicht, dass “wir” ebenso vergessen oder ignorieren dürfen, dass Politiker ebenso Menschen sind. Denn letztlich ist es diese Gemeinsamkeit, die eine Kommunikationsebene überhaupt erst ermöglicht. Wenn ich die von vornherein verneine hab ich keine. Und kann auch nicht mehr erwarten, einfordern – oder auch nur hoffen, dass eine Kommunikation mit einem “von denen” überhaupt möglich ist. Und ohne eine solche wird man nichts ändern.

  15. sehr schöner artikel; punkt.

  16. Aus deinem Artikel entnehme ich, das es also doch einige Politiker gibt, die ganz bewusst unter kognitiver Dissonanz “leiden”, bzw. in diesem Zustand leben und arbeiten. Ist sowas gesund? deine Meinung würd mich da ungemein interessieren =8)

  17. Das ist doch eine Scheindebatte. Es geht bei der Politikverdrossenheit doch nicht um die Frage: Mensch oder nicht? Sie ist vielmehr Ausdruck des Abdriftens unterschiedlicher Gesellschaftsschichten. Und dies scheint mir von bestimmten Klassen auch erwünscht, wie man in der Bildungspolitik bestimmter Parteien erkennen kann (gegliedertes Schulsystem). Unter diesem Gesichtspunkt ist diese “Mensch-Alien -Poesie” ein Ablenkungsmanöver auf moralische Ebene.

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