Mal was zur Frauenquote

Die Frauenquote wird im Bundestag diskutiert. In einer, wie ich finde, zu konservativen Art und Weise, aber immerhin. Jetzt läuft im Bundestag der gleiche Film wie in der Piratenpartei. Diejenigen, die sich für die Frauenquote stark machen, sehen sich Angriffen ausgesetzt. [1]

 In einer 2010 durch das BMFSFJ erstellten Studie wurde bereits festgestellt, dass sich von alleine nichts ändert:

»Die größten Widerstände gegen mehr Frauen in Aufsichtsräten kommen von Männern im Alter ab 50 Jahren sowie von Männern, die selbst derzeit Vorstandsmitglied sind oder Stabsstellenver­antwortung  innehaben (10 % dezidierte Ablehnung). In dieser Gruppe stimmen „nur“ 55 % der Forderung nach mehr Frauen in Aufsichtsräten zu (was immer noch ein mehrheitliches Votum für mehr Frauen in Aufsichtsräten ist); 35 % enthielten sich („keine Meinung“).« [2]

Hier möchten Frauen aus der Union gegensteuern. Ursula von der Leyen und weitere Frauen in der Union fordern eine gestaffelte Quote. Bis 2018 sollen 18% und ab 2023 40% aller Posten in Verwaltungsräten mit Frauen besetzt werden. [3]

Die Frauenquote ist bereits eine Forderung der Oppositionsparteien.

Rechnen wir einmal:

Sollten SPD, B90/GRÜNE, DIE LINKE und Wolfgang Nešković als Fraktionsloser MdB für  die Frauenquote im Bundestag stimmen, so müsste Ursula von der Leyen nur 20 Mitglieder*innen der Regierungskoalition finden, die für den Gesetzentwurf stimmen (vorrausgesetzt alle MdBs nehmen an der Abstimmung teil). Es gibt derzeit 45 Frauen in der  Regierungskoalition. Damit wären die 21 Frauen, die für den Entwurf abstimmen, gar nicht so unwahrscheinlich. Vielleicht finden sich ja auch  ein paar Männer.

Das wäre dann das erste mir bekannte Mal, dass die Opposition sich gegen den Willen der Mehrheit der Regierung durchsetzen kann. Dies würde eine Zäsur im Bundestag bedeuten. Hier könnten wir dann gleich den Sinn oder Unsinn des Fraktionszwangs in Frage stellen. Ein Abgeordneter, der aufgrund solcher Zwänge gegen sein Gewissen abstimmen muss, ist keinen Pfifferling wert. Aber dies ist ein anderes Thema.

[1] http://www.sueddeutsche.de/politik/streit-ueber-frauenquote-cdu-politiker-werfen-unionsfrauen-erpressung-vor-1.1649860

[2] http://www.bmfsfj.de/RedaktionBMFSFJ/Broschuerenstelle/Pdf-Anlagen/frauen-in-f_C3_BChrungspositionen-deutsch,property=pdf,bereich=bmfsfj,sprache=de,rwb=true.pdf Seite 12

[3] http://www.dw.de/union-erw%C3%A4rmt-sich-f%C3%BCr-die-frauenquote/a-16745396

5 Gedanken zu „Mal was zur Frauenquote“

  1. Les partisans de la guerre et de la haine sont toujours en pleine forme.On aimerait les voir plus souvent dans ces pays en guerre, ces nostalgiques de Verdun et du maréchal !

  2. Lovely, the way you mir­ror Burkeman’s neg­a­tive path in your per­sonal nar­ra­tive. Thanks for this–the best kind of jour­nal­ism. I like David Brinkley’s famous com­ment respond­ing to a quote by some­one that news report­ing must always be strictly objec­tive, some­thing like that. One of Brinkley’s responses was that “I hope that per­son is not IN jour­nal­ism.” You and Burke­man seem to have found a com­fort zone and sto­ry­telling power in the sub­jec­tiv­ity of the approach, the process, the ques­tions, the inter­pre­ta­tions. To me, that is called intel­lec­tual and pro­fes­sional integrity. Good job!

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