PIratenpartei

Mein Austritt

Ich trage diesen Gedanken bereits eine Weile in mir. Meistens abends kurz vor dem ins Bett gehen. Am nächsten Tag erinnere ich mich an die vielen guten Menschen in dieser Partei.

Ich bin demotiviert, in dieser Partei gibt es Menschen, die gezielt die Arbeit anderer kaputt machen. So läuft bereits seit einem Jahr eine Aktion unter anderem gegen mich: Angeblich existieren Informationen gegen mich. Diese angeblichen Infos wurden noch nie, auch mir nicht, vorgelegt. Jetzt gibt eine ?neue? Gruppe die ähnliches macht. Diese Informationen werden teilweise einzelnen Menschen vorgelegt. Ich bekomme kleckerweise auch solche Infos, die meist lächerlich sind. Ich habe aber keine Lust, in einen Rechtfertigungsmodus zu verfallen. Diese Aktionen haben in der letzten Zeit nicht nur meine Arbeit in der Partei, sondern auch meine Partnerschaft zu meiner Freundin negativ beeinflusst. Ich bin nicht bereit dies hinzunehmen. Es hat lange gedauert, aber mittlerweile bin ich einfach zermürbt.

Ich bin demotiviert, weil in dieser Partei Vorstände existieren, die seelenruhig zuschauen, wie einzelne Mitglieder fertig gemacht werden. Die zuschauen und sich teilweise selbst daran beteiligen.  Es sind Vorstände, die erst gefragt werden müssen, bevor sie ihre Aufgabe wahr nehmen und gegen Mobber vorgehen. Sie müssen jedenfalls gefragt werden, wenn man nicht ihr Buddy ist.

Ich bin demotiviert, weil in dieser Partei außerhalb der eigenen Filterbubble ein Klima des gegenseitigen Misstrauens herrscht. Ein Klima, in dem z.B. toleriert wird, das Menschen aufgrund ihres Geschlechtes diskriminiert werden und das wird auch von einem gefühlten Großteil unterstützt.

Ich bin demotiviert, weil es kleine Gruppen schaffen, die Arbeit vieler einfach zu  zerstören und zu zermürben.

Ich bin demotiviert, weil Menschen lieber Unterschriften für was weiß ich gegen mich sammeln, statt mit mir zu reden. Weil sich Menschen über mich beschweren, dass ich Ihnen Informationen vorenthielte ohne mich auch nur gefragt zu haben.

Ich bin demotiviert, weil ich eine Partei in der Menschen wie Bastiaan Zapf, Knut Bänsch, Dennis Plagge, Simon Lange und so weiter mit ihren Methoden eher verteidigt als entfernt werden, nicht länger vertreten kann. Wo Menschen vor Schiedsgerichte ziehen, statt miteinander zu reden oder sich zu ignorieren.

Ich bin demotiviert, denn ich bin  in die Partei eingetreten um Politik zu machen. Ich bin seit Beginn aber nur mit Verwaltung und Orga beschäftigt. Alle politischen Projekte, die ich durchgeführt habe, habe ich ohne die Piratenpartei durchgeführt, weil mich die Partei da eher behinderte. Menschen die diese Partei als Substitut nutzen wollen für ihre fehlende Sozialisation in die Gesellschaft. Menschen, die meinen, nur weil man bekannt ist, gehört man ihnen.

Während ich das hier schreibe, läuft auf dem anderen Kanal Twitter. Ich weiß, dass ich mehr Rückhalt in dieser Partei habe als Gegner. Diese Partei sorgt aber trotzdem dafür, dass ich mit Missmut in die Arbeit der Partei gehe. Es macht mir einfach keinen Spaß mehr.

Ich wäre schon vor einem Jahr komplett demotiviert gewesen, wenn es nicht auch die vielen tollen Menschen in dieser Partei gäbe, die ich jetzt im Stich lasse. Die dafür gesorgt haben, dass ich im letzten Jahr weiter gemacht habe. Aber ich bin einfach müde, und da sich die Partei jetzt auf mein Privatleben auf eine Art und Weise auswirkt die ich nicht mehr vertreten kann, musste ich diesen Schritt tun.

Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende.

Ich werde weiter Politik machen, aber nicht mehr in den Strukturen dieser Partei! Ich habe Pläne und werde sie umsetzen. Stay tuned.