Es sind nur 10 Cent

Disclaimer: Es steht mir fern mich heroisch aufzutun, und gerade der Gedanke hätte mich fast abgehalten diesen Post zu schreiben. Aber ich möchte damit einfach mal zum Nachdenken anregen und es als Aufruf verstehen.

Ich sitze gerade am Bahnhof in Dresden Neustadt, die Häkelkon ist vorbei. Eigentlich nichts was es wert wäre zu verbloggen.

Wenn nicht …

Ich ging gerade in ein Geschäft um 2 Flaschen zurück zu bringen, weil sie leer waren und mich störten. Der Kunde vor mir wollte eine Schachtel Zigaretten kaufen und die Verkäuferin konnte nicht passend rausgeben. Es fehlten 10 cent vom Kunden.

Ich legte die 10 cent wortlos auf den Tresen. Der mittlerweile überraschte Passant schaute mich an und meinte „Sie können mir doch jetzt keine 10 Cent schenken“. Wieso eigentich nicht? Ich antwortete ihm knapp, dass er diese 10 Cent dem nächsten geben könne hinter dem er steht und der sie gerade braucht. Er schaute mich total happy an.

Wieso eigentlich nicht? Ich habe derzeit auch nicht viel Kohle und warte auf eine Überweisung. Konto leer, ich habe aktuell noch 4,96€ in der Tasche. Die 10 Cent tun mir trotzdem nicht weh. Ich weiß, dass ich bis Dienstag auch nicht mehr Geld benötige.

Ich stand auch schon öfter vor dieser Situation. Man kauft ein, hat sich verrechnet und hat auf einmal 10 Cent zu wenig dabei. Und ich habe auch schon die Situation erlebt als mir jemand die fehlenden 10 Cent hinlegte. Es sind kleine Beträge, bei den meisten landen sie in Flaschen, Sparbüchsen oder in der Sofaritze. Aber wieso nicht einmal jemanden einfach so glücklich machen.

Wir leben mittlerweile in einer Gesellschaft, in der sich jeder selbst der nächste ist. Einer Gesellschaft in der man seinen Nachbarn nicht mehr kennt. Ich mag diese Gesellschaft nicht. Oft benötigt es aber keine großen Demonstrationen, oder neuen Gesetze. Viele Verbesserungen kann man im Kleinen beginnen. Ich weiß auch, dass es Menschen gibt denen das nie im Leben einfallen würde. Aber das ist egal. Wenn nur ein kleiner Teil lernt weniger nach dem Motto „Erst ich und dann der Rest“ zu leben, wird das Leben ein Stück lebenswerter.

Also wenn ihr das nächste mal an der Kasse steht, helft einfach mal aus. Es tut einem selber gut und ihr macht jemanden damit glücklich.