Kategorie-Archiv: Gastbeiträge

Ich schreibe es mir von der Seele …

ACHTUNG! Der folgendes Text stammt nicht von mir, hat aber das Potential zum Triggern. Die dargestellten Ereignisse entsprechen der Realität. Die Drohungen in diesem Text sind eine erste Reaktion des Opers auf die erneuerliche Kontaktaufnahme des Täters. Bitte beachtet ebenfalls, egal welchen Namen ihr mir als Author vorlegt. Ihr bekommt alle die gleiche Antwort: „Ich habe versprochen mich in keinster Weise zum Autor zu äußern. Diese Antwort bekommt jeder, egal welchen Namen er vemutet.“

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Gastbeitrag: Gibt es noch die „eine“ Piratenpartei?

Gastbeitrag von Stefan @supaheld Schimanowski

Jeder von uns hat seine eigene Sicht auf die Partei. Was ist die Partei und welchen Zweck soll sie erfüllen? Es gab da mal einen gefühlten Konsens, aber wir haben das nie mal irgendwo wirklich nieder geschrieben. Uns hat das Fühlen gereicht, um mit Buzzwords um uns zu werfen.

Wir alle wissen, es gab diese Boomphasen. Die Parteigründer und diejenigen, die dazukamen und bis Anfang 2009 Programm entwickelten und die Partei aufbauten. Diejenigen, die in der Zensursulawelle 2009 hinzu kamen und die Partei veränderten. Dazu gehöre ich. Bewusst war mir die Veränderung nie, aber die Partei hat sich geöffnet und thematisch erweitert. Wir 2009er fanden das gut, was vorher passiert ist, wie das umgekehrt gesehen wird, was ab 2009 passiert ist, weiß ich gar nicht. Aber wir hatten eins gemeinsam, wir kämpften aus Überzeugung für unsere Ziele, für Veränderungen. Dass wir es in absehbarer Zeit in ein Parlament schaffen würden, haben vielleicht nur ganz wenige geträumt.

Wir erzählten an jedem Infostand vom Urheberrecht, von der Bürgerrechtspartei, von Basisdemokratie und der Mitmachpartei. Und dann kam der nächste Mitgliederboom durch Berlin und die anknüpfenden Erfolge. Und wisst ihr was? Ich mag das mit der Mitmachpartei nicht mehr. Was bedeutet denn mitmachen? Sich an (fast) allem beteiligen können, sich einbringen können, neue Sachen anstoßen können? Ja, fein. Was wir nicht gesagt, aber gemeint haben ist doch: mitmachen und sich einbringen im Sinne unserer gefühlten Einigkeit der Dinge. Wir haben durchaus eine Menge tolle Leute neu dazugewonnen, aber auch…andere. Andere, die uns Kraft kosten, weil es aus Sicht der älteren Piraten Müll ist. Chemtrails, Waffenrecht, Welt ohne Geld und andere Verschwörungsfritzen, vielen Dank dafür. Zugemüllte Mailinglisten, Diskussionen über lauter bekloppte Sachen, über Dinge, die eigentlich selbstverständlich für jeden Pirat sein müssen. Dort werden Scientologen willkommen geheissen, mal gibt es Menschen 2. Klasse, die keine Organspenden bekommen sollen. Leute, die die Vorratsdatenspeicherung gut finden, weil sie persönlich nichts zu verbergen haben, Vorstände, die nichts gegen INDECT haben. Was wollen diese Leute eigentlich bei uns? Welche Motivation hatten die, einzutreten?

Ich habe immer damit geworben, dass die Partei nicht exakt zu beschreiben ist. „Die Partei ist nicht das, was man dir erzählt, sondern das, was du daraus machst“. Davon war ich überzeugt. Ebenso war ich überzeugt, dass diejenigen, die eintreten, wissen worum es der Partei grundsätzlich geht. Gefühlter Konsens mal wieder. Das war offenbar ein Irrtum. Klar wird sich eine Partei immer verändern, erweitern, neu ausrichten. Aber ich dachte immer, der Kern der Partei bleibt erhalten, das Gesellschaftsbild, auf dem sich alles aufbaut. Werte, Identität, Ideale, Ideologie (Jehova, er hat Ideologie gesagt), wie auch immer man es nennen möchte, aus meiner Sicht gibt es diese und ich bin nicht bereit, das aufzugeben. Aber was sind diese Werte eigentlich?

  •  Jeder Mensch ist gleich, jeder hat dieselben Rechte. Niemand wird aufgrund von irgendetwas diskriminiert.
  •  Wir stehen für ein möglichst frei gestaltbares Leben aller Menschen. Für eine Gesellschaft sind Regeln notwendig, aber minimal zu halten, um niemanden in seiner Entfaltung zu stören.
  •  Wir sind eine Solidargemeinschaft. Die Stärkeren helfen den Schwächeren.
  •  Grundrechte werden geschützt und gestärkt.
  •  Politische Prozesse und Entscheidungen sind jederzeit möglichst offen und transparent zu gestalten und Betroffene und Interessierte so weitgehend wie möglich zu beteiligen.
  •  Wir verstehen uns als eine weltweite Bewegung.

Wer auch nur einen Punkt davon nicht anerkennen kann, ist aus meiner Sicht falsch in dieser Partei. Und davon gibts immer mehr. Und diese Leute regen uns auf, sie behindern uns bei unserer eigentlichen Parteiarbeit mit ihrem Müll und ihren Ansichten. Ständig tritt jemand von den Guten aus oder ist kurz davor. Und mit jedem einzelnen davon werden wir noch demotivierter. Mir reicht es, ich habs satt. Wir müssen diese Leuten bekämpfen, aktiv! Es hilft nichts, sich in Massen auf Twitter aufzuregen. Es hilft nix, die ganzen Spinner auf einer Mailingliste in einem Thread in der 177. Mail auseinanderzunehmen. Wir müssen in Massen diesen Leuten sagen: „Hey, du verstößt gegen die Grundprinzipien dieser Partei, deine Meinung wird hier niemals auch nur annähernd eine Mehrheit finden und deine Haltung passt hier nicht her. Geh wieder und komm nicht zurück.“ Freundlich, aber bestimmt. Auf ROFLCOPTER GTFO würd ich auch nicht reagieren. Aber wir sind viele, wir sind Gescheite und wir wollen etwas erreichen. Also gehen wir es an.