kurz gerantet

Windows 10 oder die nächste gejagte Sau

Die Verbraucherzentralen sind empört. IT-Nachrichtenportale warnen. Was ist passiert? Ganz einfach, jemand hat die Datenschutzbestimmungen von Windows 10 gelesen.

Und es ist wieder soweit: Es wird von der Nutzung gewarnt und  abgeraten. Doch welche Folgen wird dies haben ? In einem Monat interessiert sich kein Schwein dafür.

Dem Otto-Normal User ist es eigentlich egal was sein Windows sendet, und der „Fortgeschrittene“ User weiß wie er es unterbinden kann. Aber Hauptsache erstmal den Larry machen und Panik schüren. Doch wem nutzt diese mediale Panikmache? Richtig, Niemanden!

Was mich am meisten an dieser Bigotterie nervt ist, dass sich eigentlich nichts verschlechtert. Es ist nur ein neues Produkt welches auf dem gleichen Level arbeitet wie andere auch.

Nehmen wir Familie Mustermann. Sie haben einen PC mit Windows 7. Auf diesem läuft Firefox und Skype, es wird fleißig Facebook genutzt. Dazu existiert ein Android Smartphone und ein iPhone. Google Now und Siri senden Spracheingaben an einen Server. Beide senden ebenfalls Nutzerstatistiken an Apple bzw. Google.  Firefox sendet Absturzberichte und wenn man nicht aufpasst auch Nutzerinfomrationen zur Verbesserung der Benutzung nach Hause. Chrome ist auch nicht besser.  Facebook speichert jede Eingabe auf ihren Servern, auch Nachrichten die nicht versendet werden. Die Handys verfolgen einen Schritt für Schritt und speichern diese Daten, genauso wie Lifestyle-Apps wie Runtastik, in der Cloud.

Es werden bereits detailierte Statsistiken über jeden User geführt, aber bei Windows 10 geht auf einmal die Datenweilt unter!

Es nützt herzlich wenig, jede neue Technologie zu verteufeln. Was notwendig wäre ist eine intensive Medienschulung in der Schule um zumindest die zukünftigen Generationen auf einen bewussteren Umgang mit den eigen Daten nahezulegen.

Mein Gesicht tut mir immernoch weh, wenn ich einen meiner Facebookkontakte sehe, der direkt nach einem Eintrag mit dem unverpixelten Fotos des zweijährigen Kinds vor der Totalüberwachung  durch Windows warnt. Das zeigt in meinen Augen am deutlichsten wie krass das Unwissen in unserer Gesellschaft ist.

kurz gerantet

Auf zum Vorratsdatenspeicherungs- mobil!

Quelle: Martin Berk  / pixelio.de
Quelle: Martin Berk / pixelio.de

Es ist mal wieder soweit … Deutschland prüft die Vorratsdatenspeicherung [1]. Vorratsdatenspeicherung ist natürlich wichtig für die Abwehr von Gefahren. Man hat ja in Frankreich zum Beispiel gesehen, dass Erkenntnisse aus der Vorratsdatenspeicherung super helfen. Wir haben in Deutschland ein strukturelles Problem. Wir haben ein überlastetes Justizsystem und eine überlastete Polizei. Hier sollte erst einmal angesetzt werden. Regelmäßige Streifen und ansprechbare Polizisten erhöhen das subjektive Sicherheitsgefühl sicherlich mehr, als wenn jetzt Datenfarmen angelegt werden.

Wer jetzt glaubt „Ach komm, das fordern die doch immer“ weiter unten im Artikel wird es lustiger.

Denn gleichzeitig wollen Frankreich, Belgien, die Niederlande und Finnland „islamistische Informationen“ entschlüsseln.

Für die, die sich jetzt fragen „Hey verschlüsselte Informationen die sind doch verschlüsselt, oder?“ Richtig. Aber bestimmt haben diese Länder eine neue geheime Technik, mit der man in einem Datenwust erkennen kann ob die Inhalte „islamistische Informationen“ sind.  Ich stelle mir das so vor: „Ey Bert, guck mal hier wieder so ne verschlüsselte Mail. Da kommt ganz oft ein ‚y‘ vor … das ist bestimmt islamidingsbums … du weißt schon die bösen“. Aber das zeigt mal wieder die IT-Kompetenz unserer Bundesregierung.

Hey liebe Bundesregierung. Es gibt ja durchaus schwache Verschlüsselungen. Eine wäre zum Beispiel „Rot-13“. Die ist aber voll krass, gibt bestimmt welche die das  benutzen. Ich mach euch ein Angebot. 500.000€ und ich geb euch ein Tool um das zu entschlüsseln. So ganz ohne Trojaner, für den euch der CCC am Ende nur wieder auslacht. Vertraut mir, ich bin euer Freund.

[1] http://www.sueddeutsche.de/digital/terrorismus-deutschland-macht-sich-fuer-vorratsdatenspeicherung-stark-1.2324739

kurz gerantet

Kackscheiße

Es ist soweit, wir haben eine Gedankenpolizei. Anfänglich muss ich sagen, dass ich keine Meinungen anprangere sondern Methoden.

Wir lassen uns seit Wochen von einer Debatte treiben. Grob kann man diese unter Intoleranz zusammenfassen. Auch wenn diese Debatten nicht zusammengefasst gehören. Diese Debatten treiben mittlerweile Züge, die ich nicht mehr gut heißen kann.

Sobald eine Debatte emotionsgesteuert geführt wird, so kann sie nur noch verlieren. Jeden Tag lese und höre ich irgendwelche Auswüchse dieser Diskussion. In diesem Artikel möchte ich gerne ein paar Dinge thematisieren und kommentieren.

Auf einem Stammtisch kommt, lt. Twitter, ein $Pirat mit einem Lonsdale-Pullover zu einem Stammtisch. Er wird gebasht und muss ihn ausziehen.

Srlsy? Sind wir schon so weit? Lonsdale ist sehr beliebt bei Rechten, das stimmt. Die Firma selbst grenzt sich jedoch strikt gegen rechtes Gedankengut und Intoleranzen ab. Sie Sponsern den CSD in Köln. Und wir regen uns wegen eines Pullovers auf? Rechte tragen auch Hosen, darf ich die auch nicht mehr tragen?

Zu diesem Passus gibt es eine Gegendarstellung von einem Anwesenden. http://blog.janleutert.de/2012/04/kackscheise/#comment-429

Es werden gerüchteweise Protokolle auf Stammtischen geführt, um sexistisches Verhalten auf diesem an den Pranger zu stellen.

Damit sind wir dann auf der 3. untersten Schiene gelandet. Auf einem Stammtisch sind nicht nur Piraten. Es sind auch Privatpersonen. Aber klar, speichern wir die Aussagen auf Vorrat. Sollte mir so was auf einem Stammtisch passieren, werde ich aufstehen, alle beschimpfen und gehen.

Das Bundesschiedsgericht wird für ein Urteil gebasht.

Wir stehen für einen Rechtsstaat, wenn ihr ein Scherbengericht haben wollt, ändert das PartG und die Satzung! Der wütende Mob soll die Kontrolle übernehmen? Klar dann können wir auch gleich aufhören politisch aktiv zu sein. Der wütende Mob kann nichts anderes als Mistgabeln und Fackeln schwingen. Ich habe noch nie erlebt, dass so effektiv gearbeitet werden kann. Das ist die wahre Tyrannei der Masse.

Emotionen in der Debatte

Die Debatte wird so emotional geführt, dass sie die, die es erreichen soll, abschreckt. Dies ist in keinster Weise zielführend. So treibt ihr Leute in die Arme derer, die ihr nicht haben wollt. Ist euch das bewusst? Damit kommen wir zum nächsten Punkt.

Es gibt mittlerweile Piraten welche sich nicht trauen, sich zu diesem Thema zu äußern.

Herzlichen Glückwunsch, wir sind so weit. Wenn Leute Angst haben, ihre Meinung zu sagen … ich möchte hier jetzt keinerlei Vergleiche ziehen, das überlasse ich euch. Die Angst, die Meinung zu äußern, nur weil sie diese vielleicht nicht sonderlich gut formulieren können. Aus Angst niedergemetzelt zu werden. Jetzt fehlt nur noch eine vergessene Kunst der Piraten, Morddrohungen. Ich muss gestehen, ich habe lange keine mehr erhalten. Aber wenn wir das wieder hin bekommen, dann können wir uns auch auflösen. Und der Pranger existiert auch in der Einzelfälle-Tumblr, die ich unter aller Sau finde!

Die einzige Steigerung ist ein Stahlkäfig auf dem BPT, da sperren wir die Delinquenten ein und bewerfen sie lustig mit Tomaten. Wilkommen im Mittelalter!

Exempel

Bodo Thiesen. Man mag zu ihm stehen wie man möchte. Er hat Scheiße erzählt, hat sich wieder distanziert und das nicht nur einmal. Er wurde dafür bestraft, als es in die Medien kam war das auf einmal nicht mehr genug. Ein PAV musste her. Am besten bestrafen wir zukünftig so oft, bis uns das Ergebniss passt. Das erinnert mich an die schwachsinnigen „8 mal Todesstrafe“ in den USA. Ich bin kein Freund von Bodo und komme mit seiner Art auch nicht zurecht, aber auch er ist ein Mensch und ein Pirat und er hat das gleiche Recht auf faire Prozesse.

Gedankennachweis

Nur wer sich distanziert ist gut. Jetzt wird gefordert, jeder soll sich von allem distanzieren. Ich bin Pirat geworden und habe die Satzung anerkannt. In der Satzung habe ich folgenden Passus anerkannt:

Sie vereinigt Piraten ohne Unterschied der Staatsangehörigkeit, des Standes, der Herkunft, der ethnischen Zugehörigkeit, des Geschlechts, der sexuellen Orientierung und des Bekenntnisses, die beim Aufbau und Ausbau eines demokratischen Rechtsstaates und einer modernen freiheitlichen Gesellschaftsordnung geprägt vom Geiste sozialer Gerechtigkeit mitwirken wollen. Totalitäre, diktatorische und faschistische Bestrebungen jeder Art lehnt die Piratenpartei Deutschland entschieden ab.

Was bedeutet dies? Ich habe mich gegen alles, was gefordert wird, abgegrenzt. Dieser Passus bedeutet bereits, dass ich niemanden aufgrund seines Geschlechts diskriminieren werde, oder wegen seiner Herkunft. Es heißt, ich wirke beim Auf- und Ausbau eines demokratischen Rechtsstaates mit und an einer modernen, freiheitlichen Gesellschaftsordnung. Ich lehne totalitäre, diktatorische und faschistische Bestrebungen ab. Ich bin ein Teil der Piratenpartei, also gilt dieser Passus für mich und alle anderen Piraten. Man kann diesen Passus gerne erweitern, aber jetzt von allem und jeden eine Distanzierung und Unvereinbarkeit zu verlangen ist in meinen Augen nicht zielführend.

Wem das nicht reicht, der kann gerne in das Programm schauen, hier wird sich, zwar nur indirekt aber immerhin, gegen Sexismus aufgestellt.

Zum Abschluss möchte ich sagen, dass ich keine Zeit für solch eine Selbstverständlichkeit aufbringen möchte, wo es nur noch um Feinabstufungen, Reaktionen und Definitionen geht.

 

kurz gerantet

Piratenpartei goes Verwaltung \o/

Die Piratenpartei möchte sich professionalisieren. In meinen Augen ist dieser Weg längst überfällig.

Jetzt kommt ein großer Schritt, eine Verwaltungssoftware. Der Vorstand gab gestern bekannt, dass ein Angebot gewählt wurde, und dass man zuversichtlich ist, dass bis zum 01.01.2012 die Software läuft. Man könnte jetzt jubeln … aber nein, sie kommen aus Ihren Löchern gekrochen und meckern.

Mal im Ernst, wenn ich schon Kommentare lese die mit „Ich hab das ganze Thema nicht verfolgt, aber bin mit dem Ergebnis unzufrieden“ beginnen, dann könnte ich kotzen. Oder wenn sich Leute jetzt dazu äußern, die soviel Ahnung haben wie ne Scheißhausfliege vom Champagner-Schlürfen (wie hier zu sehen http://chriszim.com/2011/piratenpartei-goes-windows).

Ja, wir hätten eine Software schreiben können. Aber nicht auf internationaler Ebene. Was dem Schreiber anscheinend entgangen ist, ist dass wir eine Staatensouveränität haben. In jedem Land gelten andere Ansprüche von Seiten des Gesetzgebers an Parteien und deren Verwaltung. Man kann hier nicht eine international gültige freie Software schreiben.

Apropos Software selber schreiben. Ja, ich finde es ja eine Schweinerei, dass der Vorstand jetzt erst darüber informiert, dass wir eine neue Software brauchen. Das hätten die ruhig schonmal eher machen können und nicht erst seit 2 Jahren. Jeder weiß um den Umstand. Der Gensek und der Schatzmeister (die übrigens alle tolle Arbeit leisten) sind deswegen gewählt worden. Unser jetziges CiviCRM ist Scheiße. Die Buchführung in Excel-Tabellen ist sowas von unprofessionell und mittlerweile nicht mehr machbar. Das kann man im Karnickelzüchterverein machen, aber nicht in einer Partei mit 11k Mitgliedern.

Auch die Updategebühr ist mit 5000 € sehr günstig. Ich zahle hier im Betrieb für eine kleinere Software das Doppelte. Gesetzliche Anforderungen ändern sich und Updates sind nötig. Keine Firma rückt die umsonst raus.

Alles in allem steht für mich fest, die Software zu kaufen verrät nicht unsere Ideale, ich kann auch weiterhin für freie Software eintreten. Und nein, es ist nicht der Untergang der Welt, nur weil wir eine MS-SQL DB benutzen.

Update

Hier noch 2 Links die gerade über die Kommentare reinkamen.

Hier der Link zur Aufzeichnung Frageruned an Rene zu diesem Thema: DickerEngel vom 13.07.; Frage- und Antwortrunde

Der Link zum Lastenheft Buchhaltungssoftware

 

 

kurz gerantet

Der klügste Deutsche

Das ARD bringt jetzt eine neue Quizshow der klügste Deutsche.

Die Vorschau lässt viel erwarten, hier werden u.a. Alber Einstein aufgeführt, mit der anschließenden Frage wer ihnen das Wasser reichen kann. Dies machen ja meist die Kellner. Hier geht es aber nicht um einen gastronomischen Wettbewerb, was im deutschen Fernsehn mal eine abwechslung ist, hier geht es um Wissen.

Dann die Frage aller fragen. Wer moderiert … sekunden der Pause …

Mir schießen da Namen wie Ranga Yogeshwar, Günther Jauch oder gar Harald Lesch in den Kopf …

aber es wird Kai Pflaume.

Kai Pflaume, Der Garant  der Schwiegermutter liebenden seichten Unterhaltung, meist fehlender Witz und unpassenden Lacher. Nein Danke damit hat sich diese Sendung bereits vor ihrer ersten Ausstrahlung in’s Aus katapultiert!